Kurzbeschreibung Pflanzen S - mein Pflanzen Bilder Buch

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Kurzbeschreibung Pflanzen S

Pflanzen Steckbriefe > Steckbriefe R - Z
Wiesen- oder wilder Salbei - Salvia pratensis 



-> lateinisch bedeutet „salvare” heilen

Blütengröße/Blütezeit:
2 bis 3 cm,  Mai bis Juli

Pflanzengröße:
50 bis 80 cm

weitere/ähnliche Arten:
echter oder Garten-Salbei (Salvia officinalis)
Muskateller Salbei (Salvia sclarea)
Pracht- oder Feuer-Salbei (Salvia splendens)
u.v.a. weltweit ca. 500 Arten

Vorkommen:
trockenes Grasland, Trockenwiesen, Straßenränder,
kalkhaltiger Boden, sonnig, unbelastete Böden

eßbare Pflanze

Heilpflanze/Verwendung:
wie der echte Salbei, nur mit schwächerer Heilwirkung
Inhaltsstoffe: ätherisches Öl (Thujon), Rosmarinsäure
Flavonoide, Gerbstoffe, Bitterstoffe u.v.a.

Geschichtliches:
Bei Theophrast wurde der echte Salbei (Salvia officinalis)
bereits erwähnt. Dieser wurde aus Südeuropa oder Vorderasien
eingeführt und dann angebaut.

Sanikel - Sanucula europaea



weitere Bezeichnungen
Wald-Sanikel, Heilkraut, Heil aller Schäden

Blütengröße/Blütezeit
Einzelblütchen ca 2 mm, Döldchen ca. 0,5 bis 1 cm, Mai bis Juli

Pflanzengröße
20 bis 50 cm hoch

Vorkommen
schattige Laubwaldränder, Wiesen, Feldraine

weitere/ähnliche Arten
Französische Erdkastanie (Conopodium majus)
Klettenkerbel gewöhnlicher (Torilis japonica)

Heilpflanze/Verwendung
Der Sanikel ist manchmal in Teemischungen, die Blähungen vertreiben sollen.
Das Sanikelkraut wirkt antibakteriell und antiviral, zusammenziehend
Schleim lösend und hilft  bei Pilzerkrankungen der Haut sowie bei anderen Hautausschlägen.

Inhaltsstoffe
Saponine, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Vitamin C

Geschichtliches
Der Sanikel war früher das universelle Heilmittel bei allen möglichen Erkrankungen
und ist ein altes Heilkraut. Im Mittelalter verwendete man den Sanikel zur Wundheilung.


Schafgarbe gem. - Achillea millefolium 



weitere Bezeichnungen:
Garbenkraut, Gerwel,Kelke, Rippel, Röhlke, Grensing,
Bauchwehkraut, Blutkraut, Frauendank
Gachelkraut, Grillengras, Schafzunge, Gotteshand, usw.

Blütengröße/Blütezeit:
4 bis 6 mm; Juli bis Oktober

Pflanzengröße:
40 bis 80 cm

weitere/ähnliche Arten:
edle Schafgarbe (Achillea nobilis - Kulturform)

Vorkommen:
trockene Wiesen, Wegränder, Böschungen, Ödland;
Schafe fressen gern das Kraut (nicht die Blüten)

eßbare Pflanze

Heilpflanze/Verwendung:
Inhaltsstoffe: ätherisches Öl mit Kampfer,
Cineol, Achillin (Bitterstoff), Gerbstoffe,
Inulin, Azulene u.v.a.
Die Schafgarbe wirkt entzündungshemmend und
entkrampfend bei Magen- Darmleiden und dient
der Kräftigung der Blutgefäße (Hände, Beine, Herz).

-> bei Hautkontakt mit dem frischen Kraut kann es
    u. U. zu einer Phosphosensiblisierung kommen

Geschichtliches:
Bereits Achilles (Name) benutzte die Schafgarbe als Wundkraut.
Bei Dioskorides heißt sie „Soldatenkraut”.
Im Mittelalter wurde die Schafgarbe überwiegend blutstillend verwendet.
In China fand die Schafgarbe schon seit 4000 Jahren
als Heilpflanze Verwendung.

Sumpf-Schafgarbe - Achillea ptarmica 



weitere Bezeichnungen
Bertram-Schafgarbe

Blütengröße/Blütezeit
1 bis 1,8 cm, Juli bis September
-> keine so dichte Doldenbildung und die Blätter sind
nicht gefiedert im Unterschied zur gemeinen Schafgarbe

Pflanzengröße
20 bis 50 cm hoch

Vorkommen
feuchte Böden, Grabenbereiche, Sümpfe, nasse Wiesen, sauerer Boden

weitere/ähnliche Arten
gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium)
edle Schafgarbe (Achillea nobilis - Kulturform)
Echter oder Römischer Bertram (Anacyclus pyrethrum)
 
eßbare Pflanze

Heilpflanze/Verwendung
Inhaltsstoffe
ätherische Öl (Cineol, Azulene), Achillicin, Matricin, Gerb- und Bitterstoffe, Flavonoide
Cumarine, Schleimstoffe, Vitamine u.v.a.
Die Sumpf-Schafgarbe kann wie die gemeine Schafgarbe verwendet werden.

Geschichtliches
Die Wurzel der Sumpf-Schafgarbe wurde früher als Heilkraut und Niespulver verwendet.
(Siehe auch unter gemeiner Schafgarbe)


Scharbockskraut - Ficaria verna (Ranunculus ficaria) 



weitere Bezeichnungen

Blütengröße/Blütezeit
2 bis 3 cm, März bis Mai
-> eine der ersten blühenden Pflanzen im Frühjahr, bevor
das Laub an den Bäumen sprießt

Pflanzengröße
5 bis 20 cm hoch

Vorkommen
feuchter Boden im Halbschatten von Bäumen und Hecken, bodendeckende Flächen
krautreiche Wälder, Ufersäume, nasse Wiesen, auch in Parkanlagen und Gärten

weitere/ähnliche Arten
viele andere Hahnenfuß Gewächse
viele verschiedene Sorten als Zierpflanzen für den Garten

giftige Pflanze  
-> vor der Blüte sind die Blätter in kleinen Mengen essbar
-> in Essig eingelegte Knospen können wie Kapern verwendet werden

Heilpflanze/Verwendung
Inhaltsstoffe
Protoanemonin (bildet sich während der Blüte)

Geschichtliches
Früher wurden die ersten Blätter des Scharbockskrauts bei Skorbut verwendet,
da diese einen hohen Vitamin C Gehalt haben. Seefahrer nahmen sich
früher immer einen Proviant getrockneter Blätter mit.
Die kleinen Wurzelknollen des Scharbockskraut setzte man
gegen Feigwarzen und Hämorrhoiden ein.


Schattenblume zweiblättrige - Maianthemum bifolium (Convallaria bifolia) 



Blütengröße/Blütezeit
eine Blüte ist nur ca. 5 mm klein
die Blütenähre ist bis ca 4 cm lang und duftend
Mai bis Juni

Pflanzengröße
10 bis 20 cm hoch
-> die Schattenblume hat immer nur zwei sich gegenüberliegende Blätter

Vorkommen
Teppiche bildend im Schatten der Waldbäume, Humus reiche Böden, auch Parkanlagen
weitere/ähnliche Arten
Maiglöckchen (Convallaria majalis)

giftige Pflanze  

Heilpflanze/Verwendung
Inhaltsstoffe
In den Beeren der Schattenblume sind Steroid-Saponine und Cyanidinglykoside.

Geschichtliches
Früher verwendete man die Schattenblume als harntreibendes Mittel.

Schierling gefleckter - Conium maculatum 

 

weitere Bezeichnungen:
Bangerle, Ziegendill, Rattentod, Tollkerbel, Würgling,
Teufelspeterlein, Stinkkraut, Wutschlich, Berstkraut,
Dunk u.v.m.

Blütengröße/Blütezeit:
Dolden bis 5 cm
Einzelblütchen ca 3 mm, Juni/Juli

Pflanzengröße:
1 bis 2 m

weitere/ähnliche Arten:
kann verwechselt werden mit:
Süßdolde (Myrrhis odorata)

großer Wasserfenchel
(Oenanthe aquatica, Stängel nicht violett gefleckt)

Wiesen Bärenklau
(Heracleum sphondylium, mit ganz anderen Blättern)

Hunds Petersilie
(Aethusa synapium, kleiner aber ebenfalls stark giftig)
u.v.m.

Vorkommen:
feuchte Wiesenränder, Grabenränder,
feuchte wärmere Ruderalstellen, Ödland und
Wegränder (lehmig, stickstoffhaltig)

giftige Pflanze
(stark giftig, das Gift kann auch über die Haut
bei Berührung aufgenommen werden)


Heilpflanze/Verwendung:
Inhaltsstoffe: Coniin, Coniziin
Volksmedizin:
Der gefleckte Schierling war früher in starker
Verdünnung in Arzneimitteln zur Beruhigung
und Schmerzlindenderung usw.
Naturheilverfahren: Homöopathie (Schwindel,
Drüsenschwellungen usw.)
Schulmedizin: selten ein Bestandteil in Salben
gegen Entzündungen und Nervenschmerzen

Geschichtliches:
In der Antike gab man den gefelckten Schierling als
Bestandteil des sogenannten „Schierlingsbechers” mit
tödlicher Wirkung den verurteilten Verbrechern
zum Trinken, aber auch unliebsamen Politikern
wie SOKRATES.

bittere Schleifenblume - Iberis amara 



weitere Bezeichnungen
bitterer Bauernsenf, Schneekissen

Blütengröße/Blütezeit
bis ca. 3 cm, Juni/Juli

Pflanzengröße
10 bis 30 cm hoch

Vorkommen
steinige, kalkhaltige, trockene Lehmböden, Wärme liebend

-> Die bittere Schleifenblume ist akkut vom Aussterben  bedroht (Ursache
ist der intensivierte Ackerbau), trotzdem ist diese Pflanze
nicht besonders geschützt (siehe Floraweb). Warum?

weitere/ähnliche Arten
Doldige Schleifenblume (Iberis umbellata)
Immergrüne Schleifenblume (Iberis sempervirens)
und kultivierte Zierpflanzen
ca. 30 natürlich vorkommende Arten vorwiegend
in Südeuropa und Kleinasien

giftige Pflanze  

Heilpflanze/Verwendung
Inhaltsstoffe
Senfölglykoside, Curcurbitacine, Flavonoide
Volksmedizin
Die bittere Schleifenblume hat entkrampfende und entzündungshemmende Wirkung.
Schulmedizin
In Fertigpräparaten sind Bestandteile aus den Frischpflanzen enthalten.
Homöopathie (Herzschwäche und Herz Rythmusstörungen)

Geschichtliches
Die bittere Schleifenblume wird seit der Antike als Heilpflanze
verwendet (Magen- Darmbeschwerden).
Im Mittelalter bis zur Neuzeit  war die bittere Schleifenblume ein
altes Hausmittel bei Reizdarm, Magenkrämpfen und -geschwüren und
gegen Übelkeit usw.


Schlüsselblume gewöhnliche - Primula elatior 



weitere Bezeichnungen
Wald-Primel, hohe Schlüsselblume

--> Der Name „Schlüsselblume” soll vom Aussehen her vom
Schlüsselbund abgeleitet worden sein. Der Legende nach
soll sie der auf die Erde herabgefallene Schlüsselbund des Petrus sein.
Und die im März blühenden Schlüsselblumen sollen
den Frühlingshimmel aufschließen.

Blütengröße/Blütezeit
Einzelblüte bis 1,5 cm, hellgelb, im Schlund dunkelgelb, aber
ohne orangene Male auf der Innenseite der Kronblätter
März bis Mai

Pflanzengröße
bis 25 cm hoch

Vorkommen
Laubwälder, Auen, Waldränder, Wegränder

weitere/ähnliche Arten
Wiesen- oder Frühlings-Schlüsselblume (Primula veris)
Stängellose Schlüsselblume (Primula acaulis)
Alpen-Auricel (Primula auricula)
Mehl-Primel  (Primula farinosa)
Gewelltrandige Primel (Primula marginata)
u.v.mehr als 500 Arten und unzählige Gartenzüchtungen

geschützte Pflanze

eßbare Pflanze

Geschichtliches
Die Schlüsselblumen wurden auch als  Heilpflanzen verwendet.
Der Tee von den getrockneten Wurzeln wurde bei Erkältungen und
Bronchialkatharren eingesetzt.

-> Von der Verwendung der im Bestand stark gefährdeten Schlüsselblumen in
freier Natur sollte heute abgesehen werden, genauso wie dem immer wieder
zu beobachtenden Ausgraben für den eigenen Garten. Hierfür gibt es wirklich
eine ausreichend große Auswahl in den Gartenbetrieben.


Schneebeere - Symphoricarpos albus 

 

weitere Bezeichnungen:
Knallerbse, Knackbeere

Blütengröße/Blütezeit:
ca. 5 mm; Juni bis September

Pflanzengröße:
Strauch 1 - 2 m

Früchte:
giftige weiße Beeren

weitere/ähnliche Arten:
zahlreiche Züchtungen und Arten
z. B. zur Stadtbegrünung

Vorkommen:
häufige Zierpflanze und verwildert in Siedlungsnähe
und auch im Wald

giftige Pflanze

Geschichtliches:
Die Schneebeere ist erst seit 1906 in Europa,
ein Neophyt.

Schneeglöckchen - Galanthus nivalis 



Blütengröße/Blütezeit:
1 bis 2 cm, Januar bis März

Pflanzengröße: 10 bis 20 cm

weitere/ähnliche Arten:
Sommer-Knotenblume (Leucojum aestivum)
Kaukasisches/großblütiges oder Elwes-Schneeglöckchen
(Galanthus elwesii, größerer Wuchs)
u.a.

Vorkommen:
schattige Wiesen, Gebüsche, Waldflächen,
kultiviert und verwildert

geschützt/RL:
die natürlichen Vorkommen

giftige Pflanze

Heilpflanze/Verwendung:
Inhaltsstoffe: Galanthamin
Naturheilverfahren:
Homöopathie (Zwiebel als Herzmittel)

Geschichtliches:
Bereits Theophrast erwähnt das Schneeglöckchen
in seinem Werk „Historia plantarum”.

Schöllkraut - Chelidonium majus 



weitere Bezeichnungen:
Warzenkraut, Giftblome, Wulstkraut, Ogenklar,
Schillkraut, Schälkraut, Blutkraut, Goldkraut,

Blütengröße/Blütezeit:
1,5 bis 2,5 cm, Mai bis September

Pflanzengröße:
30 bis 90 cm

weitere/ähnliche Arten:
Wald-Scheinmohn (Meconopsis cambrica,
mit ganz anderen Standortbedingungen)

Vorkommen:
bevorzugt in menschlicher Siedlung
(an Zäunen, Wegen, Straßenrändern usw.),
unter Hecken, auf Schutt, in Mauerritzen

giftige Pflanze

Heilpflanze/Verwendung:
Inhaltsstoffe: Chelidonin, Chelerythrin, Berberin,
Spartein, u.w. Alkaloide
Volksmedizin: Der Milchsaft des Schöllkrauts wurde
gegen Warzen eingesetzt. Der Kräuterextrakt aus
dem Schöllkraut wirkt beruhigend, krampflösend
 und wurde bei verschiedenen Beschwerden
(Krämpfe im Magen-Darmbereich, Leber- und
Galleleiden, Gicht, Rheuma u.v.a.) verwendet.

Geschichtliches:
Das Schöllkraut wurde bereits in der Antike verwendet.
Im Mittelalter versuchten die Alchimisten aus dem
Saft des Schöllkrauts Gold herzustellen.

Europäische Seide - Cuscuta europaea 



-> die Europäische Seide ist ein Vollschmarotzer ohne Blätter, Wurzeln und
hat kaum Chlorophyll

weitere Bezeichnungen
Nessel-Seide, Hopfen-Seide, Teufelszwirn, falsches Frauenhaar

Blütengröße/Blütezeit
Einzelblütchen  etwa 3 mm klein, Juni bis August

Pflanzengröße
die Europäische Seide windet sich bis zu 1,50 m an ihrer
Wirtspflanze empor und saugt ihr die Nährstoffe aus den Gefäßen

Vorkommen
feuchte nährstoffreiche Standorte, Flußtäler, Gräben
-> als Wirtspflanzen kommen Brennnesseln, Hopfen, Luzerne, Tomaten und
andere Stauden in Betracht
-> die Europäische Seide „riecht” quasi ihren Wirt
-> die Samen der Europäischen Seide können im Boden bis
zu 10 Jahren keimfähig bleiben

weitere/ähnliche Arten
Flachs-Seide (Cuscuta epilinum)
weltweit gibt es ca. 150 Arten


Seidelbast - Daphne mezereum 



weitere Bezeichnungen:
Kellerhals, deutscher Pfeffer, Pfefferrinde, Brennwurz,
 Elendsblum, Hundszigel, Seidelbaum, Waldlorbeer
Warzenbast, Zilander u.v.a.

Blütengröße/Blütezeit:
8 bis 12 mm, Februar bis April

Pflanzengröße:
Strauch 0,5 bis ca. 1,8 m

Früchte:
giftige rote Beeren

weitere/ähnliche Arten:
Alpin-Seidelbast (Daphne alpina)
Lorbeer-Seidelbast (Daphne laureola)
Alpenflieder (Daphne striata)
u.v.a. ca.70 Arten in Europa und Asien

Vorkommen:
schattige Laub- oder Mischwaldränder, Ufergebüsche,
Schluchten, kalkhaltiger Boden
-> die Seidelbastblüten sind im zeitigen Frühjahr
eine willkommene Bienennahrung
-> der Seidelbast wächst extrem langsam,
sieht man ein größeres Exemplar, so kann dieses
bereits älter als 20 Jahre sein

geschützt/RL

giftige Pflanze
(stark giftig, das Gift kann auch über Hautkontakt
bei Berührung aufgenommen werden)

Heilpflanze/Verwendung:
Inhaltsstoffe: Daphnin, Mezereumharz -> stark giftig
-> die Berührung der Rinde (Zweige) oder der Beeren
kann zu starken Hautreizungen führen
Naturheilverfahren:
Homöopathie (Gürtelrose, Nervenschmerzen u.a.)

Geschichtliches:
Der Seidelbast wurde bereits im Altertum verwendet.
Früher kam der Seidelbast bei chronischen Hautleiden
Gicht und Rheuma, auch als Mittel gegen Läuse
zum Einsatz. Damals diente der Bast (Rinde)
des Seidelbastes und anderer Daphne-Arten
zur Herstellung von Papier. Aus den asiatischen Arten des
Seidelbastes stellte man das Nepalpapier her.

Seifenkraut echtes - Saponaria officinalis 



weitere Bezeichnungen:
Waschkraut, Hundsnägelin, Herbstnelke, Knackblume,
Pinkelnellstude, Madenkraut

Blütengröße/Blütezeit:
2 bis 3 cm, Juni bis September

Pflanzengröße:
60 bis 90 cm

weitere/ähnliche Arten:
optisch die Hybridformen
der roten und weißen Lichtnelke
ca. 30 Arten

Vorkommen:
Waldränder, Wegränder, grasbewachsene Stellen,
Ödland, Flußauen, Bachtäler, wärmeliebend

giftige Pflanze

Heilpflanze/Verwendung:
Wurzel
Inhaltsstoffe Wurzel: Saponin
-> wenn das Saponin mit Wasser in Berührung kommt,
ergibt sich eine stark schäumende, giftige Substanz
Volksmedizin: bei Hautleiden, schleimlösende und Auswurf
fördernde Wirkung (Spagyrik)

Geschichtliches:
Früher wurde  die Wurzel des Seifenkrauts zerstoßen
und als Seife zum Reinigen von ungefärbter Wolle
oder frisch gewebten Tuches verwendet.
Dazu wurde es sogar angebaut.
Das Seifenkraut wurde im Mittelalter als Heilpflanze
verwendet und im Altertum als
 „Struhtion” zu den Saponindrogen gezählt.

Sonnenblume einjährige - Helianthus annuus 



Blütengröße/Blütezeit:
bis 40 cm,  Juli bis September

Pflanzengröße:
max. 4 m hoch

Früchte:
eßbare Samenkörner

weitere/ähnliche Arten:
viele Kultursorten (ca. 60 bekannte Arten)

Vorkommen:
Kulturpfalnze, Zierpflanze, Nutzpflanze,
wärme- und sonneliebend, verbreitet sich
auch gern auf Schuttunkrautfluren
(Neophyt)

eßbare Pflanzenteile

Heilpflanze/Verwendung:
Inhaltsstoffe Öl: Vitamine A, B, E und Folsäure,
Linolsäure, Lecithin, Carotinoide u.v.a.

Verwendung:
Aus den Samen wird das bekannte und gesunde
Sonnenblumen-Öl hergestellt. Das Kraut einiger
Sonnenblumen-Arten dient als gutes
Viehfutter, da es eiweißhaltig ist.

Medzinisch werden die Blätter und Blüten
sowie auch das Öl der Sonnenblume verwendet.
Das Spektrum der Verwendung ist sehr umfangreich.

Geschichtliches:
Die Sonnenblume wurde bereits vor ca. 3000 Jahren
in Amerika von den Indianern (Inkas) kultiviert und
gelangte erst im 16. Jh nach Europa (Spanien).

Sonnentau rundblättriger - Drosera rotundifolia 

 

Blütengröße/Blütezeit:
nur max. 5 mm auf einem fadenförmigen Stielchen
Juni bis August
-> fleischfressende Pflanze (Insekten)

Pflanzengröße:
Rosettchen bis 8 cm ohne Blütenstand

weitere/ähnliche Arten:
langblättriger Sonnentau (Drosera longifolia)
Mittlerer Sonnentau (Drosera intermedia)
weltweit ca. 200 Arten, vorwiegend in Australien

Vorkommen:
saure Moore, zwischen Torfmoos und anderen Pflanzen,
braucht viel Licht, meidet Kalkboden
-> sehr selten

geschützt/RL
(im Bestand stark gefährdet)

Sonnenwend-Wolfsmilch - Euphorbia helioscopa 



Blütengröße/Blütezeit
1,5 bis 3 cm (die Blüten richten sich immer am Sonnenstand aus)
Mai bis August

Pflanzengröße
20 bis 50 cm hoch

Vorkommen
trockenere sandige Stellen an Ackerrändern, Kulturböden, umgebrochene Böden
nährstoffreicher nicht zu sauerer Boden

weitere/ähnliche Arten
Garten-Wolfsmilch (Euphorbia peplus)
kleine Wolfsmilch (Euphorbia exigua)
Zypressen Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias)
Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris)
Esels-Wolfsmilch (Euphorbia esula)
Weihnachtsstern (mexikanischer - Euphorbia pulcherimma)
weltweit ca. 2000 Arten (!)

giftige Pflanze (besonders der Milchsaft)


Spitzwegerich - Plantago lanceolata 



weitere Bezeichnungen:
Siebenrippen, Schlangenzunge, Schafzunge, Roßrippen,
Lungenblattl, Heufressa, Spießkraut
Hundsrippen, Rippenkraut, u.v.a.

Blütengröße/Blütezeit:
4 mm; April bis Oktober

Pflanzengröße:
20 bis 50 cm

weitere/ähnliche Arten:
Breit-Wegerich (Plantago major)
Strand-Wegerich (Plantago maritima)

Vorkommen:
Wiesen, Weiden, Wegränder, sonnig
-> z. T. Glyphosat resistent

eßbare Pflanze

Heilpflanze/Verwendung:
Inhaltsstoffe: Glykoside, Saponine, Bitterstoffe,
Schleimstoffe, ätherisches Öl, Vitamin A, C und K
Phosphorsäure, Eisen, Kalk u.v.a.
Erkrankungen der Atmungsorgane,
Verdauungsstörungen, Magenleiden,
Darmkatharre, Wurmkrankheiten, Blutungen u.v.m.
Volksmedizin:
Verwendung mit der Wurzel
Naturheilverfahren:
Homöopathie (neuralgische Beschwerden u.a.)
Schulmedizin:
Präparate aus der Apotheke und in Drogerien (es sind
immer nur Bestandteile aus den Blättern enthalten)
Chinesische Medizin:
in der alten chinesischen Medizin wurde der
Breitwegerich dem Spitzwegerich
vorgezogen jedoch beide verwendet

Geschichtliches:
Bei Griechen und Römern war der Spitzwegerich
sehr beliebt. Der Spitzwegerich ist in allen
alten Kräuterbüchern vorhanden.

Springkraut großes oder echtes - Impatiens noli-tangere 



weitere Bezeichnungen:
Rühr mich nicht an, Balsamine

Blütengröße/Blütezeit:
1 bis 2 cm, Juli bis September

Pflanzengröße:
2 bis 3 m

Früchte:
aufplatzende Samenkapseln

weitere/ähnliche Arten:
orangefarbenes Springkraut (Impatiens capensis)
fleißiges Lieschen (Impatiens walleriana)
u.v.a. weltweit ca. 600 Arten

Vorkommen:
schattige feuchte Stellen, nasser Waldboden,
auch auf verrottenden Baumstämmen, Flußufer
nasse Gräben

giftige Pflanze (schwach)
eßbare Pflanzenteile (Samen)

Verwendung:
Samen, teilweise junge Blätter und Blütenblätter
Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Bitterstoffe, Glykoside, Öl u.v.a.

Springkraut drüsiges - Impatiens grandulifera 



weitere Bezeichnungen:
indisches Springkraut

Blütengröße/Blütezeit:
2 bis 4 cm; Juli bis Oktober

Pflanzengröße:
1 bis 2,5 m

Früchte:
Samen (weit weg springend)

weitere/ähnliche Arten:
Orangefarbenes Springkraut (Impatiens capensis)
weltweit 600 Arten
-> Neophyt und invasive Pflanzen Art!

Vorkommen:
Gräben, Flussufer, feuchtes Wald- und Ödland

giftige Pflanze (schwach)
eßbare Pflanzenteile (Samen)

Geschichtliches:
Das drüsige Springkraut ist im 19. Jahrhundert
aus dem Himalaya (Nord Indien) eingeführt worden.

Springkraut kleinblütiges - Impatiens parviflora 



Blütengröße/Blütezeit:
ca 1 cm, Juli bis September

Pflanzengröße:
bis 60 cm

Früchte:
aufplatzende Samenkapseln

weitere/ähnliche Arten:
(Impatiens glandulifera)
(Impatiens noli-tangere)
orangefarbenes Springkraut (Impatiens capensis)
fleißiges Lieschen (Impatiens walleriana)
u.v.a. weltweit ca. 600 Arten

Vorkommen:
Laubwälder, Gebüsche, Parks, kalkarmer Lehmboden,
auch sehr ausbreitungsfreudig
oft in Siedlungsnähe

giftige Pflanze (schwach)

Geschichtliches:
Das kleine Springkraut ist 1837 aus dem botanischen Garten
in Berlin ausgerwildert und hat sich immens ausgebreitet.
Die Heimat des kleinen Springkrauts ist Nordostasien.
Als Neophyt (invasive Art) verdrängt das kleine
Springkraut ähnlich wie das drüsige Springkraut
die einheimische Vegetation vor allem im Wald.
In Notzeiten wurden die an Stärke reichen Stängel
getrocknet gegessen.

Stechapfel weißer - Datura stramonium 



weitere Bezeichnungen
Düpelsapfel, Pferdegift, Dollkraut, Donnerkugel, Hexenkraut, Igelkolben
Zigeuner Apfel, Maulwurfskraut, Saunuss u.v.m.

Blütengröße/Blütezeit
ca. 10 cm lange Blüten, Juni manchmal bis November

Pflanzengröße
30 bis 120 cm hoher Strauch, einjährig

Vorkommen
Schutt, Ackerränder, Weinberge, nährstoffreicher Boden, Licht und Wärme liebend

weitere/ähnliche Arten
Datura metel (aus Asien, bis 2 m hoch, weiße bis orange farbene Blüten
auch gezüchtete blaue und rot-violette Blüten)
Datura sanguinea ( bis 4 m hoch mit großen orangen Blüten, die
schon von Januar bis März blühen)
Engelstrompete (Datura suaveolens, bis zu 5 m hoch
weiße duftende Blüten, manchmal auch gefüllt
keine Fruchtkapsel wie bei Datura stramonium)
ca. 20 Arten weltweit

giftige Pflanze  

Heilpflanze/Verwendung
Inhaltsstoffe
Alkaloide: L-Hyoscyamin, Atropin, Scopolamin
in den Samen noch Daturin, Stramonin, Öl, Eiweiß, Salz
Pflanzenschleim und Gummi
Volksmedizin
Das getrocknete und pulverisierte Kraut wurde als Räucherwerk
oder Zigarette zur Linderung von Asthma Beschwerden verwendet.
Das Einatmen des Rauchs erweitert die Bronchialgefäße.
-> Vergiftungserscheinungen waren und sind dabei nicht selten
und können tödlich enden

Geschichtliches
Der Stechapfel wurde 1577 aus Amerika nach Spanien gebracht und
seit 1762 als Arzneimittel verwendet.
Es gibt auch asiatische und südafrikanische Arten, die den Weg nach
Europa fanden, wahrscheinlich durch Zigeuner.
Der Stechapfel war Teil der berüchtigten Hexensalben, der sogenannten „Flug-Salben”.
Hierbei wurde die stark halluzinogene und aphrodisierende Wirkung
ausgenutzt (der anschließende „Katzenjammer” inbegriffen).
Aus den Samen des Stechapfel wurden sogenannte „Liebestränke” hergestellt,
um die Frauen „willig” zu stimmen. Hierbei wurde die Wirkung
auch kriminell missbraucht, um Frauen zu betäuben usw.
Der Stechapfel ist auch Getränken beigemischt worden u. a. auch Bier.


Pyränäen-Storchschnabel - Geranium pyrenaicum 



weitere Bezeichnungen:
Anger-Storchschnabel

Blütengröße/Blütezeit:
1 bis 1,8 cm; Juni bis August

Pflanzengröße:
40 bis 60 cm

weitere/ähnliche Arten:
schlitzblättriger Storchschnabel (Geranium dissectum)
Stein-Storchschnabel (Geranium columbinum)
kleiner Strochschnabel (Geranium pusillum) u.v.m.

Vorkommen:
Wegränder, Gebüsche, nährstoffreiche Boden,
Neophyt seit 1800

eßbare Pflanze

Heilpflanze/Verwendung:
Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Bitterstoffe,
ätherisches Öl, Flavonoide u.v.a.

Storchschnabel stinkender - Geranium robertianum 



weitere Bezeichnungen:
Ruprechtskraut, Herba Ruberti

Blütengröße/Blütezeit:
1,4 bis 1,8 cm; Mai bis September

Pflanzengröße:
10 bis 50 cm

weitere/ähnliche Arten:
Glänzender Storchschnabel (Geranium lucidum, selten)
Kleiner Storchschnabel (Geranium pusillum) u.v.a.

Vorkommen:
halbschattig, Wegränder, Lichtungen, an Mauern,
nährstoffreiche Lehmböden

eßbare Pflanze

Geschichtliches:
Früher wurde das Ruprechtskraut gegen Motten und
Fliegen in Töpfe gepflanzt.

Wiesen Storchschnabel - Geranium pratense 



Blütengröße/Blütezeit:
2 bis 3 cm; Juni bis September

Pflanzengröße:
0,5 bis 1 m

weitere/ähnliche Arten:
Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum)
Sumpf-Storchschnabel (Geranium palustre)
Blutroter Storchschnabel (Geranium sanguineum)
u.v.m. ca. 160 Arten

Vorkommen:
nährstoffreicher, kalkhaltiger Boden, Wiesen, Weiden,
Hecken, Wegränder, Straßenränder

eßbare Pflanze

Heilpflanze/Verwendung:
Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Flavonoide,
Bitterstoffe, Gerbstoffe u.v.a.
Volksmedizin: Entschlackung, Leger-Galle Erkrankungen,
Magen-Darm Entzündungen,
hormonartige Wirkung soll zu starke Regelblutungen dämpfen,
äußerlich bei Hautausschlag, schwer heilenden Wunden usw.

Geschichtliches:
Früher wurde der Wiesen Storchschnabel bei Milzbrand verwendet.

Sumpfdotterblume - Caltha palustris 



weitere Bezeichnungen:

Blütengröße/Blütezeit:
2 bis 3 cm; April bis Mai

Pflanzengröße:
bis 50 cm

Vorkommen:
Seeufer, nasse Gräben, Waldbruch, Sumpfwiesen

geschützt/RL

giftige Pflanze

Heilpflanze/Verwendung:
Inhaltsstoffe: Flavonoide, Saponine, Cholin,
Protoanemonin u.v.a.
-> Knospen wurden früher als Kapernersatz verwendet,
davon ist heute abzuraten!
Naturheilverfahren: Homöopathie (Husten, Hautausschlag)

Geschichtliches:
Früher wurden die gelben Blüten der Sumpf Dotterblume
zum Färben (Karotin) der Butter verwendet, daher der
Name „Butterblume”.

© 2017 Karin Wolf 55
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